Geschäftsprozesse automatisieren: Anleitung für KMU

Nick van der Falk, KI-Experte für den Mittelstand bei DND Systems

· KI-Experte für den Mittelstand

8 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026

Zwei Mitarbeiter sortieren Formulare und Papierstapel im Büro – Geschäftsprozesse automatisieren

In einem Malerbetrieb mit 15 Mitarbeitern schreibt die Chefin jeden Montag die Stundenzettel der Woche in eine Excel-Tabelle ab. Die Zettel kommen handschriftlich von der Baustelle. Danach vergleicht sie die Stunden mit den Aufträgen und gibt sie an die Lohnbuchhaltung weiter. Das dauert jede Woche zwei bis drei Stunden.

Genau solche Abläufe meint man, wenn man von Geschäftsprozesse automatisieren spricht. Es geht nicht darum, den ganzen Betrieb umzukrempeln. Es geht darum, einen einzelnen, sich wiederholenden Ablauf einer Software zu übergeben, die Regeln zuverlässiger befolgt als ein müder Mensch am Freitagnachmittag.

In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie solche Abläufe in Ihrem eigenen Betrieb finden, wie Sie sie aufschreiben, in welcher Reihenfolge Sie vorgehen sollten und wann sich Automatisierung schlicht nicht lohnt.

01

Welche Geschäftsprozesse eignen sich für Automatisierung?

Gut geeignet sind Abläufe, die drei Eigenschaften teilen: Sie kommen häufig vor, sie folgen klaren Regeln und sie werden heute noch von Hand erledigt. Ein Beispiel ist die Rechnungsprüfung: Eine Rechnung kommt an, wird mit der Bestellung verglichen und bei Übereinstimmung freigegeben. Das passiert nach immer demselben Muster.

Weniger geeignet sind Abläufe, die jedes Mal anders sind, etwa die individuelle Beratung eines Kunden bei einer komplexen Anfrage. Auch Abläufe, die nur zwei- oder dreimal im Jahr vorkommen, lohnen den Aufwand meist nicht. Die Faustregel: Je öfter etwas passiert und je klarer die Regel dahinter ist, desto besser eignet es sich.

  • Rechnungen und Belege prüfen und verbuchen.
  • Standardanfragen von Kunden beantworten, etwa nach Lieferstatus oder Preisen.
  • Termine vereinbaren und Kalender abgleichen.
  • Daten aus einem Dokument in ein anderes Programm übertragen.
  • Angebote nach festem Muster aus vorhandenen Preislisten erstellen.
02

Wie erkennt und beschreibt man einen Prozess richtig?

Bevor irgendetwas automatisiert wird, muss der Ablauf einmal genau aufgeschrieben werden, so wie er tatsächlich läuft. Nicht so, wie er laut Handbuch laufen sollte. In der Praxis weichen beide oft stark voneinander ab.

Am besten begleitet dafür jemand die Mitarbeiterin, die den Ablauf täglich erledigt, für ein bis zwei Stunden und notiert jeden einzelnen Schritt. Wo kommt die Information her? Wer prüft sie? Wohin geht sie danach? Welche Ausnahmen gibt es? Diese Fragen ergeben am Ende eine einfache Liste, aus der klar wird, was automatisiert werden kann und was ein Mensch weiterhin entscheiden muss.

03

In welcher Reihenfolge sollte man automatisieren?

Viele Betriebe fangen mit dem an, was technisch am einfachsten wirkt. Das ist meist der falsche Ansatz. Sinnvoller ist es, den Ablauf zu wählen, der die meiste Zeit im Betrieb frisst, selbst wenn er etwas aufwendiger umzusetzen ist.

  • Schritt 1: Listen Sie alle wiederkehrenden Aufgaben Ihres Büros auf und schätzen Sie den Zeitaufwand pro Woche.
  • Schritt 2: Sortieren Sie die Liste nach Zeitaufwand, nicht nach vermuteter technischer Einfachheit.
  • Schritt 3: Prüfen Sie beim größten Posten, ob er klaren Regeln folgt oder viel Einzelfallentscheidung braucht.
  • Schritt 4: Starten Sie mit diesem einen Ablauf als Testprojekt, bevor Sie einen zweiten angehen.
  • Schritt 5: Werten Sie nach vier Wochen aus, wie viel Zeit tatsächlich gespart wurde, bevor Sie den nächsten Prozess automatisieren.
04

Wie sieht eine durchgerechnete Automatisierung aus?

Nehmen wir den Malerbetrieb aus der Einleitung. Die Übertragung der Stundenzettel kostet die Chefin zwei bis drei Stunden pro Woche, angenommen im Schnitt 2,5 Stunden. Bei 46 Arbeitswochen im Jahr sind das 115 Stunden.

Setzt man ihren Stundensatz mit 45 Euro Vollkosten an, ergibt sich eine gebundene Zeit im Wert von rund 5.175 Euro im Jahr. Eine Software, die Stundenzettel per Foto einliest und automatisch in die Lohnabrechnung überträgt, kostet in unseren Projekten in dieser Größenordnung einmalig etwa 6.000 bis 9.000 Euro, dazu laufend rund 100 bis 200 Euro im Monat.

Bei diesem einzelnen Ablauf amortisiert sich die Investition allein über die Zeitersparnis der Chefin nach etwa 14 bis 20 Monaten. Rechnet man dazu, dass Fehler bei der Übertragung wegfallen, die sonst zu falschen Lohnzahlungen führen könnten, wird die Rechnung noch günstiger.

05

Welche Rolle spielt das eigene Team bei der Automatisierung?

Wer den Ablauf heute erledigt, kennt die Ausnahmen am besten. Deshalb sollte diese Person von Anfang an eingebunden werden, nicht erst am Ende informiert werden. Sonst entstehen Lösungen, die in der Theorie gut aussehen und in der Praxis an der ersten Ausnahme scheitern.

Gleichzeitig sollte klar kommuniziert werden, dass die Automatisierung Zeit für andere Aufgaben freigibt, nicht den Arbeitsplatz gefährdet. In den meisten Mittelstandsbetrieben ist ohnehin zu wenig Personal für zu viel Arbeit vorhanden, sodass frei gewordene Zeit sofort sinnvoll verwendet wird.

06

Wann lohnt sich Automatisierung nicht?

Wenn ein Ablauf nur selten vorkommt, etwa einmal im Quartal, steht der Aufwand für Bau und Pflege in keinem Verhältnis zum Nutzen. Dann ist es günstiger, die Aufgabe wie bisher von Hand zu erledigen.

Auch wenn sich ein Ablauf ständig ändert, weil zum Beispiel jede Woche neue Sonderregeln dazukommen, ist Automatisierung riskant. Die Software müsste laufend angepasst werden, was mehr kostet als es einspart. In solchen Fällen raten wir offen davon ab, auch wenn ein Angebot dafür möglich wäre.

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

  1. Der beste Einstieg in Automatisierung ist nicht die technisch einfachste Aufgabe, sondern die Aufgabe mit dem höchsten Zeitaufwand pro Woche.
  2. Ein Ablauf lässt sich erst dann sinnvoll automatisieren, wenn er einmal ehrlich aufgeschrieben wurde, so wie er wirklich abläuft, inklusive aller Ausnahmen.
  3. Setzen Sie sich in den nächsten Tagen mit der Person zusammen, die Ihre zeitaufwendigste Routineaufgabe erledigt, und schreiben Sie den Ablauf gemeinsam auf.

Häufige Fragen

Welche Geschäftsprozesse lassen sich am einfachsten automatisieren?
Am einfachsten lassen sich Abläufe automatisieren, die häufig vorkommen und klaren Regeln folgen, etwa die Prüfung von Eingangsrechnungen oder die Beantwortung von Standardanfragen. Abläufe mit vielen Einzelfallentscheidungen eignen sich weniger. Ein guter erster Test ist die Frage, ob eine neue Mitarbeiterin den Ablauf nach einer kurzen Erklärung fehlerfrei nachmachen könnte.
Wie lange dauert es, bis sich eine Automatisierung rechnet?
Das hängt vom Zeitaufwand des Ablaufs und den Projektkosten ab, liegt in unseren Projekten aber häufig zwischen sechs und zwanzig Monaten. Je höher der wöchentliche Zeitaufwand des bisherigen Ablaufs ist, desto schneller amortisiert sich die Investition. Eine grobe Rechnung mit Stunden mal Stundensatz gibt vorab eine gute Orientierung.
Brauchen wir für Prozessautomatisierung eine eigene IT-Abteilung?
Nein, das ist in kleinen und mittleren Betrieben unüblich und auch nicht nötig. Ein externer Partner übernimmt Bau und Wartung der Software, Ihr Team liefert lediglich Wissen über die Abläufe. Wichtig ist nur, dass eine Person im Betrieb als Ansprechpartner zur Verfügung steht.
Was ist der Unterschied zwischen Digitalisierung und Automatisierung?
Digitalisierung bedeutet, dass Papier durch digitale Dateien ersetzt wird, etwa ein PDF statt eines gedruckten Formulars. Automatisierung geht einen Schritt weiter: Eine Software erledigt danach selbstständig Arbeitsschritte mit diesen Dateien, etwa das Auslesen und Eintragen von Daten. Digitalisierung ist damit oft die Voraussetzung für Automatisierung.
Wie viele Prozesse sollten wir gleichzeitig automatisieren?
Am Anfang reicht ein einziger Ablauf. So lässt sich in Ruhe prüfen, ob die Software zuverlässig arbeitet und wie viel Zeit tatsächlich gespart wird. Erst wenn dieser erste Ablauf im Alltag rundläuft, lohnt es sich, den nächsten Prozess anzugehen.
Passend dazu
Neu beantwortet
Häufig gesucht
Quelle

Sie möchten diesen Beitrag zitieren oder verlinken? Bitte gern — die Bausteine liegen fertig bereit.

01Was Sie bekommen

In 30 Minuten wissen Sie, welche Aufgaben in Ihrem Betrieb eine KI übernehmen kann.

Sie haben gerade gelesen, wie Geschäftsprozesse automatisieren funktioniert. Die schwierigste Frage ist nicht das Ob, sondern das Womit anfangen. Nennen Sie uns eine Aufgabe aus Ihrem Alltag — etwa wiederkehrende Abläufe und Administration — und wie viele Stunden pro Woche sie kostet.

Nach 30 Minuten haben Sie

  • Ein klares Ja oder Nein

    Ob sich Ihre Aufgabe für einen KI-Mitarbeiter überhaupt eignet.

  • Eine echte Zahl

    Was es ungefähr kostet — und was Sie realistisch sparen.

  • Den ersten Schritt

    Konkret und umsetzbar. Auch dann, wenn er ohne uns stattfindet.

02Mit wem Sie sprechen
Nick van der Falk, KI-Experte für den Mittelstand bei DND Systems

Nick van der Falk

KI-Experte für den Mittelstand

Ich kann Ihnen helfen, in Ihrem Unternehmen auf KI-Mitarbeiter umzustellen."
03Ihr nächster Schritt

Nennen Sie uns die Aufgabe, die am meisten Zeit frisst

Sie müssen nicht wissen, welche Technik dahintersteckt. Schreiben Sie einfach in Ihren Worten, was bei Ihnen am meisten Zeit kostet.

Was danach passiert

  1. 1

    Wir prüfen Ihre Aufgabe

    Wir schauen uns an, ob sich ein KI-Mitarbeiter dafür überhaupt lohnt.

  2. 2

    Wir rufen Sie an

    In der Regel innerhalb eines Werktags — kurz und unverbindlich.

  3. 3

    30 Minuten Klarheit

    Was geht, was nicht, was wäre Ihr erster Schritt.

Wir melden uns persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags. Kein Verkaufsdruck, kein Newsletter. Ihre Daten gehen an niemanden sonst.

04Warum jetzt

Das passiert, wenn Sie nicht auf KI umstellen

Die Konkurrenz stellt jetzt schon auf KI um.

81 % der deutschen Unternehmen planen 2026, KI einzuführen.

Das macht bis zu 30 % mehr Marge.

Weil KI-Mitarbeiter wiederkehrende Aufgaben übernehmen.

Die Kosten sinken massiv.

KI arbeitet rund um die Uhr, braucht keinen Urlaub und keine Sozialabgaben.

Mehr Geld bleibt für Werbung übrig.

Gesparte Kosten fließen in Marketing — und holen noch mehr Kunden.

Die Kunden wandern zur Konkurrenz.

Mehr Werbebudget zieht Kunden ab — und lässt weniger Markt für Sie.

Wer nicht umstellt, wird aus dem Markt gedrängt.

In den kommenden zwei bis drei Jahren wird KI im Mittelstand zum Standard — nicht zur Option.

Das ist keine Panikmache — das passiert gerade real in den ersten Branchen. Und die meisten Betriebe scheitern nicht am Willen, sondern daran, dass sie nicht genau wissen, wie sie diesen Weg gehen sollen. Genau das zeigen wir Ihnen — und setzen es auf Wunsch auch für Sie um. Wir schaffen Klarheit und setzen um.

05Handeln Sie jetzt

Schieben Sie Ihre Entscheidung nicht auf morgen

Ein Gespräch, 30 Minuten, kostenlos. Danach wissen Sie, welche Aufgabe in Ihrem Betrieb sich für einen KI-Mitarbeiter eignet — und was der erste Schritt ist.

Nick van der Falk
Nick van der FalkKI-Experte für den Mittelstand
089 8393 1466
Kostenloses 30-Minuten-Gespräch anfragen

Unverbindlich. Keine Knebelverträge, kein Verkaufsdruck. Lieber schriftlich? Zum Formular

Nick van der Falk im Beratungsgespräch am Tisch