Was muss ich als Geschäftsführer wegen dem EU AI Act jetzt konkret tun?
Nick van der Falk · KI-Experte für den Mittelstand
6 Min. Lesezeit · Aktualisiert August 2026
Für die meisten Geschäftsführer besteht wegen des EU AI Acts kein sofortiger Handlungszwang. Entscheidend ist, ob Sie KI in Hochrisikobereichen wie der Personalbewertung einsetzen. Der wichtigste erste Schritt ist, eine vollständige Liste aller KI-Anwendungen in Ihrem Unternehmen zu erstellen, um deren Risikostufe zu bewerten und Transparenz zu schaffen.

Als Geschäftsführer ist es wegen des EU AI Acts ratsam, vorerst vor allem eines zu tun: eine Bestandsaufnahme. Erfassen Sie, welche KI-Systeme in Ihrem Betrieb bereits im Einsatz sind — von der Textgenerierung im Marketing bis zur automatisierten Prozesssteuerung. Für die Mehrheit der Mittelständler, die KI nicht in Hochrisikobereichen einsetzen, ergeben sich daraus zunächst keine weiteren, dringenden Pflichten.
Das Gesetz verfolgt einen risikobasierten Ansatz. Es unterscheidet streng zwischen Anwendungen mit unannehmbarem, hohem, begrenztem und minimalem Risiko. Nur für die Hochrisiko-Systeme gelten strenge Auflagen. Die Aufgabe für Unternehmen ist es daher, Klarheit zu gewinnen, in welche Kategorie die von ihnen genutzten Werkzeuge fallen.
Was ist das Ziel des EU AI Acts?
Das KI-Gesetz der EU soll Vertrauen und Sicherheit schaffen, nicht Innovation behindern. Es zielt darauf ab, einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Entwicklung und Anwendung von Künstlicher Intelligenz im europäischen Binnenmarkt zu etablieren. Der Schutz von Grundrechten, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit steht dabei im Vordergrund.
Der zentrale Mechanismus ist ein risikobasierter Ansatz. Das bedeutet: Je höher das potenzielle Risiko einer KI-Anwendung für Menschen ist, desto strenger sind die regulatorischen Anforderungen. Viele alltägliche KI-Anwendungen bleiben davon weitgehend unberührt.
Welche KI-Systeme sind für den Mittelstand relevant?
Der AI Act teilt KI-Systeme in vier Risikoklassen ein. Für Sie als Unternehmer ist es entscheidend zu wissen, in welche Klasse Ihre Anwendungen fallen.
Die meisten KI-Werkzeuge, die im Mittelstand zum Einsatz kommen, gehören zur Kategorie des minimalen oder begrenzten Risikos. Dazu zählen beispielsweise KI-gestützte Spamfilter, die Optimierung von Lagerbeständen oder die Nutzung von generativer KI zur Erstellung von Marketingtexten. Hier sind die Auflagen gering und beschränken sich meist auf Transparenzpflichten.
- **Unannehmbares Risiko:** Systeme, die als klare Bedrohung für die Sicherheit und die Rechte von Menschen gelten (z. B. Social Scoring durch Staaten). Diese werden verboten und sind für seriöse Unternehmen irrelevant.
- **Hohes Risiko:** Dies ist die wichtigste Kategorie. Hierzu gehören KI-Systeme in Bereichen wie der Personalauswahl, der Kreditwürdigkeitsprüfung oder der Steuerung kritischer Infrastruktur. Diese Systeme unterliegen strengen Anforderungen an Tests, Dokumentation und menschliche Aufsicht.
- **Begrenztes Risiko:** Anwendungen, bei denen eine Transparenzpflicht besteht. Nutzer müssen wissen, dass sie mit einer KI interagieren (z. B. Chatbots) oder dass Inhalte (Bilder, Texte) KI-generiert sind.
- **Minimales Risiko:** Die große Mehrheit aller KI-Anwendungen, für die keine zusätzlichen rechtlichen Verpflichtungen aus dem AI Act entstehen.
Bin ich Anbieter, Händler oder Anwender von KI?
Das Gesetz unterscheidet klar zwischen den Rollen der Marktteilnehmer, was direkte Auswirkungen auf deren Pflichten hat. Die meisten mittelständischen Unternehmen sind Anwender.
Als Anwender („Deployer“) setzen Sie ein KI-System im eigenen Betrieb ein. Die Pflichten des Anwenders umfassen nach dem AI Act in der Regel, das System gemäß der Anleitung des Anbieters zu nutzen, die Funktionsweise zu überwachen und die menschliche Aufsicht sicherzustellen. Ebenso kann die Pflicht bestehen, die Protokolle des Systems für eine gesetzlich vorgegebene Zeit aufzubewahren.
Der Anbieter („Provider“) ist derjenige, der das KI-System entwickelt und in Verkehr bringt. Er trägt die Hauptlast der Konformitätspflichten, insbesondere bei Hochrisiko-Systemen. Wenn Sie Software von Drittanbietern nutzen, liegt die Verantwortung für die technische Konformität also primär dort.
Der erste konkrete Schritt: Das KI-Inventar erstellen
Die wichtigste und dringlichste Aufgabe für jeden Geschäftsführer ist es, einen Überblick zu gewinnen. Sie können Risiken nur steuern, wenn Sie wissen, wo sie liegen. Oft nutzen Mitarbeiter bereits KI-Werkzeuge, ohne dass dies zentral bekannt ist („Schatten-KI“).
Ein KI-Inventar ist eine einfache Liste, die alle im Unternehmen eingesetzten KI-Systeme erfasst. Diese Übersicht ist die Grundlage für alle weiteren Schritte und Entscheidungen. Sie schafft Transparenz und ermöglicht eine erste Risikoeinschätzung.
- **Name der Anwendung:** Welches Tool oder welche Software wird genutzt (z. B. ChatGPT, SAP-Module, Microsoft Copilot)?
- **Zweck und Abteilung:** Wofür und von wem wird das System eingesetzt (z. B. Texterstellung im Marketing, Datenanalyse im Controlling)?
- **Datenbasis:** Welche Art von Daten verarbeitet die KI (z. B. anonyme Betriebsdaten, personenbezogene Kundendaten)?
- **Anbieter:** Wer hat das System entwickelt und bereitgestellt?
- **Erste Risikoeinschätzung:** Fällt die Anwendung potenziell in die hohe oder begrenzte Risikoklasse?
Was gilt für individuelle KI-Mitarbeiter?
Individuell für Ihr Unternehmen entwickelte KI-Lösungen, wie zum Beispiel ein KI-Mitarbeiter zur Automatisierung von Prozessen, fallen ebenfalls unter den AI Act. Die Risikoeinstufung hängt hier ausschließlich von der konkreten Aufgabe ab, die der KI-Mitarbeiter übernimmt.
Ein KI-Mitarbeiter, der eingehende Rechnungen prüft und der Buchhaltung zuordnet, stellt ein minimales Risiko dar. Übernimmt er jedoch die Vorauswahl von Bewerbungsunterlagen im Personalwesen, kann das System als hochriskant eingestuft werden. In diesem Fall gelten für den Entwickler und für Sie als Anwender die entsprechenden, im Gesetz festgelegten Pflichten.
Bei der Einführung eines KI-Mitarbeiters ist die Verantwortung geteilt. Der Anbieter ist für die technische Konformität und Dokumentation der Software zuständig. Sie als anwendendes Unternehmen sind für den bestimmungsgemäßen Einsatz, die Überwachung der Ergebnisse und die Einbindung in Ihre Betriebsabläufe verantwortlich.
Ab wann gelten die neuen Regeln?
Der EU AI Act tritt nicht von einem Tag auf den anderen vollständig in Kraft. Die Umsetzung erfolgt schrittweise über mehrere Jahre, um Unternehmen ausreichend Zeit zur Anpassung zu geben. Es besteht also kein Grund zur Panik, aber Anlass zur Vorbereitung.
Die ersten Regeln, insbesondere die Verbote für KI-Systeme mit unannehmbarem Risiko, werden bereits etwa sechs Monate nach dem offiziellen Inkrafttreten wirksam. Die umfangreichen Pflichten für Hochrisiko-Systeme folgen deutlich später, in der Regel nach 24 bis 36 Monaten. Sie haben also Zeit, Ihre Prozesse und Ihr KI-Inventar in Ruhe aufzubauen.
Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen
- Beginnen Sie jetzt mit der Erstellung eines KI-Inventars in Ihrem Unternehmen. Sprechen Sie mit Ihren Abteilungsleitern, um herauszufinden, welche Werkzeuge bereits im Einsatz sind. Bewerten Sie auf dieser Basis gemeinsam mit Ihrem IT-Verantwortlichen oder externen Partnern, ob darunter Systeme sein könnten, die in eine hohe Risikoklasse fallen.
In 30 Minuten wissen Sie, welche Aufgaben in Ihrem Betrieb eine KI übernehmen kann.
Sie haben gerade gelesen, wie EU AI Act funktioniert. Die schwierigste Frage ist nicht das Ob, sondern das Womit anfangen. Nennen Sie uns eine Aufgabe aus Ihrem Alltag — etwa wiederkehrende Abläufe und Administration — und wie viele Stunden pro Woche sie kostet.
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Nick van der Falk
KI-Experte für den Mittelstand
„Ich kann Ihnen helfen, in Ihrer Firma auf KI-Mitarbeiter umzustellen."
Das passiert, wenn Sie nicht auf KI umstellen
Die Konkurrenz stellt jetzt schon auf KI um.
81 % der deutschen Unternehmen planen 2026, KI einzuführen.
Das macht bis zu 30 % mehr Marge.
Weil KI-Mitarbeiter wiederkehrende Aufgaben übernehmen.
Die Kosten sinken massiv.
KI arbeitet rund um die Uhr, braucht keinen Urlaub und keine Sozialabgaben.
Mehr Geld bleibt für Werbung übrig.
Gesparte Kosten fließen in Marketing — und holen noch mehr Kunden.
Die Kunden wandern zur Konkurrenz.
Mehr Werbebudget zieht Kunden ab — und lässt weniger Markt für Sie.
Wer nicht umstellt, wird aus dem Markt gedrängt.
In den kommenden zwei bis drei Jahren wird KI im Mittelstand zum Standard — nicht zur Option.
Das ist keine Panikmache — das passiert gerade real in den ersten Branchen. Und die meisten Betriebe scheitern nicht am Willen, sondern daran, dass sie nicht genau wissen, wie sie diesen Weg gehen sollen. Genau das zeigen wir Ihnen — und setzen es auf Wunsch auch für Sie um. Wir schaffen Klarheit und setzen um.
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Häufige Fragen
Brauche ich jetzt einen eigenen KI-Beauftragten für mein Unternehmen?
Was sind Hochrisiko-Systeme in einem typischen mittelständischen Betrieb?
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Wer haftet, wenn ein von uns genutztes KI-System einen Fehler macht?
Verhindert der AI Act den Einsatz von KI in meinem Unternehmen?
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