KI-Schulung für Mitarbeiter: Was Betriebe brauchen

Nick van der Falk, KI-Experte für den Mittelstand bei DND Systems

· KI-Experte für den Mittelstand

7 Min. Lesezeit · Aktualisiert Juli 2026

Mitarbeitende schauen bei einer internen Schulung gemeinsam auf einen Laptop – KI Schulung Mitarbeiter

In einer Steuerkanzlei mit 9 Mitarbeitern nutzt eine Angestellte seit einigen Wochen ein KI-Programm, um Mandantenanfragen vorzusortieren. Niemand hat ihr gezeigt, wo die Grenzen des Programms liegen. Als die Kanzleileitung davon hört, stellt sich eine einfache Frage: Muss das Team dafür geschult werden?

Seit Februar 2025 gibt es darauf eine rechtliche Antwort. Artikel 4 der EU-Verordnung über künstliche Intelligenz, kurz KI-Verordnung, verlangt von Unternehmen, dass ihre Mitarbeiter ausreichend Kompetenz im Umgang mit KI-Systemen haben. Viele Geschäftsführer haben davon gehört, wissen aber nicht, was das konkret bedeutet.

Dieser Beitrag ordnet die Anforderung sachlich ein, ohne Panik zu verbreiten. Sie erfahren, was eine sinnvolle interne Schulung enthält, wie lange sie dauert und wie oft sie wiederholt werden sollte. Eine Rechtsberatung ersetzt dieser Text nicht, dafür sollten Sie einen Anwalt hinzuziehen.

01

Was verlangt die EU-KI-Verordnung von meinem Betrieb wirklich?

Artikel 4 der KI-Verordnung verlangt, dass Anbieter und Betreiber von KI-Systemen ihren Mitarbeitern ausreichende KI-Kompetenz vermitteln. Der Text nennt keine Stundenzahl und kein festes Format. Entscheidend ist, dass Mitarbeiter verstehen, was das System kann, wo es Fehler macht und wann ein Mensch eingreifen muss.

Die Vorgabe gilt unabhängig von der Betriebsgröße. Ein Handwerksbetrieb mit 12 Mitarbeitern, der ein Programm für Angebotsentwürfe nutzt, fällt genauso darunter wie ein größeres Unternehmen. Wichtig ist der Bezug zur tatsächlichen Nutzung, nicht die reine Existenz von KI im Haus.

Da der Gesetzestext bewusst offen formuliert ist, sollten Sie im Zweifel einen Anwalt oder Ihre Kammer fragen, wie die Vorgabe für Ihren konkreten Fall auszulegen ist. Dieser Artikel gibt Ihnen eine praktische Orientierung, keine rechtliche Einschätzung.

02

Was sollte eine sinnvolle interne Schulung enthalten?

Eine gute Schulung ist konkret und bezieht sich auf die Programme, die im Betrieb tatsächlich verwendet werden. Abstrakte Vorträge über künstliche Intelligenz im Allgemeinen bringen wenig, wenn niemand weiß, wie das im Alltag aussieht.

  • Welche KI-Werkzeuge im Betrieb eingesetzt werden und wofür sie gedacht sind.
  • Wie die Systeme zu falschen oder erfundenen Antworten kommen können, das nennt man Halluzination.
  • Welche Daten niemals in ein KI-Programm eingegeben werden dürfen, etwa Gesundheitsdaten von Kunden.
  • Wann ein Ergebnis von einem Menschen geprüft werden muss, bevor es rausgeht.
  • Wo Mitarbeiter Fehler oder Auffälligkeiten melden können.
03

Wie lange dauert eine Schulung und wer sollte sie machen?

Für die meisten Mittelständler reicht eine Grundschulung von 2 bis 4 Stunden aus, angenommen die Mitarbeiter arbeiten mit ein bis zwei klar umrissenen KI-Werkzeugen. Wer komplexere Systeme selbst konfiguriert, etwa in der IT-Abteilung, braucht eine tiefere Schulung von einem bis zwei Tagen.

Die Schulung sollte für alle Mitarbeiter verpflichtend sein, die regelmäßig mit einem KI-System arbeiten. Wer nur gelegentlich ein Ergebnis liest, ohne selbst Eingaben zu machen, braucht eine kürzere Einweisung. Führungskräfte sollten die Schulung ebenfalls durchlaufen, damit sie Entscheidungen zur Nutzung sinnvoll treffen können.

In unseren Projekten hat es sich bewährt, die Schulung direkt bei der Einführung eines neuen Systems durchzuführen, nicht Monate später. So verknüpfen Mitarbeiter das Gelernte sofort mit der echten Anwendung.

04

Wie oft muss die Schulung wiederholt werden?

Eine feste Frist schreibt das Gesetz nicht vor. Sinnvoll ist eine Auffrischung, sobald sich das eingesetzte System wesentlich ändert oder ein neues KI-Werkzeug dazukommt. Für die meisten Betriebe bedeutet das eine kurze Wiederholung einmal im Jahr, angenommen es gibt keine größeren Änderungen.

Neue Mitarbeiter sollten die Schulung als Teil ihrer Einarbeitung erhalten, nicht erst nach Monaten. So vermeiden Sie, dass jemand ungeschult mit sensiblen Daten arbeitet.

05

Wie läuft die Einführung einer Schulung Schritt für Schritt ab?

Eine Schulung muss nicht aufwendig organisiert werden. Der Ablauf lässt sich in wenigen Schritten planen.

  • Schritt 1: Liste erstellen, welche KI-Werkzeuge im Betrieb aktuell genutzt werden und von wem.
  • Schritt 2: Für jedes Werkzeug die größten Risiken und Grenzen notieren, am besten mit dem Anbieter des Systems klären.
  • Schritt 3: Eine kurze Schulung von 2 bis 4 Stunden vorbereiten, mit echten Beispielen aus dem eigenen Betrieb.
  • Schritt 4: Die Teilnahme dokumentieren, das schafft im Zweifel einen Nachweis gegenüber Behörden.
  • Schritt 5: Einen festen Termin für die jährliche Auffrischung einplanen.
06

Ein Rechenbeispiel: Was kostet eine Schulung im Betrieb?

In einem Elektrobetrieb mit 22 Mitarbeitern nutzen 6 Personen ein KI-Programm für Angebotsentwürfe und E-Mail-Antworten. Eine interne Schulung von 3 Stunden für diese 6 Mitarbeiter kostet, angenommen der Stundensatz liegt bei 35 Euro, insgesamt 630 Euro an Arbeitszeit.

Wird die Schulung extern durch einen Berater vorbereitet und gehalten, kommen in unseren Projekten typisch 400 bis 900 Euro Honorar dazu, je nach Aufwand für die Vorbereitung der betriebsspezifischen Beispiele. Für den Elektrobetrieb ergibt sich damit eine Gesamtsumme von rund 1.030 bis 1.530 Euro für die erste Schulung.

Die jährliche Auffrischung fällt in der Regel deutlich günstiger aus, da die Grundlagen schon bekannt sind. Angenommen 1,5 Stunden pro Person reichen aus, liegt der Aufwand bei rund 315 Euro Arbeitszeit im Jahr.

07

Wann reicht eine einfache interne Einweisung aus?

Wenn nur eine einzelne Person im Betrieb gelegentlich ein KI-Programm nutzt, etwa um Texte zu formulieren, reicht oft eine kurze Einweisung von 30 bis 60 Minuten. Eine große, formell dokumentierte Schulung wäre hier unverhältnismäßig.

Auch wenn Ihr Betrieb noch kein KI-System einsetzt und dies auch kurzfristig nicht plant, besteht keine Pflicht zur Schulung. Die Anforderung greift erst, wenn KI-Systeme tatsächlich im Einsatz sind.

Was Sie aus diesem Artikel mitnehmen

  1. Die Pflicht zur KI-Kompetenz betrifft jeden Betrieb, der KI-Systeme einsetzt, unabhängig von der Mitarbeiterzahl, und lässt sich mit überschaubarem Aufwand erfüllen.
  2. Eine Schulung wirkt nur, wenn sie sich auf die konkret genutzten Werkzeuge bezieht und nicht auf allgemeine Vorträge über künstliche Intelligenz setzt.
  3. Prüfen Sie zuerst intern, welche KI-Werkzeuge in Ihrem Betrieb bereits im Einsatz sind, und klären Sie offene Rechtsfragen mit einem Anwalt, bevor Sie eine Schulung planen.

Häufige Fragen

Wie schule ich meine Mitarbeiter im Umgang mit KI?
Praktisch am eigenen Arbeitsplatz statt in der Theorie: eine kurze Einweisung am realen Ablauf, klare Regeln, was eingegeben werden darf, und eine feste Ansprechperson für Rückfragen. Eine Wiederholung nach einigen Wochen bringt mehr als ein langer Schulungstag.
Wie oft sollten KI-Schulungen für Mitarbeiter durchgeführt werden?
Bei jeder wesentlichen Änderung am Ablauf, mindestens aber einmal jährlich als kurze Auffrischung. Neue Mitarbeiter werden im Rahmen der Einarbeitung geschult.
Ist eine KI-Schulung für Mitarbeiter gesetzlich vorgeschrieben?
Ja, seit Februar 2025 verlangt Artikel 4 der EU-KI-Verordnung, dass Mitarbeiter, die mit KI-Systemen arbeiten, ausreichende Kompetenz dafür besitzen. Wie genau das umzusetzen ist, legt das Gesetz nicht im Detail fest. Für eine verbindliche Einschätzung Ihrer Situation sollten Sie einen Anwalt konsultieren.
Wie lange dauert eine KI-Schulung für Mitarbeiter?
Für die meisten Mittelständler reicht eine Grundschulung von 2 bis 4 Stunden. Wer komplexere Systeme selbst einrichtet oder anpasst, braucht eine tiefere Schulung von einem bis zwei Tagen. Entscheidend ist, wie eng die Mitarbeiter mit dem System arbeiten, nicht die Betriebsgröße.
Wer im Betrieb muss an einer KI-Schulung teilnehmen?
Alle Mitarbeiter, die regelmäßig mit einem KI-System arbeiten, sollten teilnehmen. Wer nur gelegentlich ein Ergebnis liest, braucht eine kürzere Einweisung. Führungskräfte sollten die Schulung ebenfalls durchlaufen, um die Nutzung im Betrieb sinnvoll steuern zu können.
Was kostet eine KI-Schulung für ein kleines Team?
Für ein Team von 6 Mitarbeitern liegt der Aufwand in unseren Projekten typisch bei 1.000 bis 1.500 Euro für die erste Schulung, inklusive Arbeitszeit und externem Trainer. Eine jährliche Auffrischung kostet deutlich weniger, da die Grundlagen schon bekannt sind.
Reicht eine schriftliche Anleitung statt einer Schulung?
Eine reine Anleitung ist meist nicht ausreichend, weil Mitarbeiter Fragen stellen und Beispiele aus dem eigenen Arbeitsalltag brauchen. Eine kurze, mündliche Schulung mit Raum für Rückfragen erfüllt den Zweck deutlich besser und lässt sich trotzdem knapp halten.
Passend dazu
Neu beantwortet
Häufig gesucht
Quelle

Sie möchten diesen Beitrag zitieren oder verlinken? Bitte gern — die Bausteine liegen fertig bereit.

01Was Sie bekommen

In 30 Minuten wissen Sie, welche Aufgaben in Ihrem Betrieb eine KI übernehmen kann.

Sie haben gerade gelesen, wie KI Schulung Mitarbeiter funktioniert. Die schwierigste Frage ist nicht das Ob, sondern das Womit anfangen. Nennen Sie uns eine Aufgabe aus Ihrem Alltag — etwa kI-Schulung und Wissensaufbau — und wie viele Stunden pro Woche sie kostet.

Nach 30 Minuten haben Sie

  • Ein klares Ja oder Nein

    Ob sich Ihre Aufgabe für einen KI-Mitarbeiter überhaupt eignet.

  • Eine echte Zahl

    Was es ungefähr kostet — und was Sie realistisch sparen.

  • Den ersten Schritt

    Konkret und umsetzbar. Auch dann, wenn er ohne uns stattfindet.

02Mit wem Sie sprechen
Nick van der Falk, KI-Experte für den Mittelstand bei DND Systems

Nick van der Falk

KI-Experte für den Mittelstand

Ich kann Ihnen helfen, in Ihrem Team auf KI-Mitarbeiter umzustellen."
03Ihr nächster Schritt

Nennen Sie uns die Aufgabe, die am meisten Zeit frisst

Sie müssen nicht wissen, welche Technik dahintersteckt. Schreiben Sie einfach in Ihren Worten, was bei Ihnen am meisten Zeit kostet.

Was danach passiert

  1. 1

    Wir prüfen Ihre Aufgabe

    Wir schauen uns an, ob sich ein KI-Mitarbeiter dafür überhaupt lohnt.

  2. 2

    Wir rufen Sie an

    In der Regel innerhalb eines Werktags — kurz und unverbindlich.

  3. 3

    30 Minuten Klarheit

    Was geht, was nicht, was wäre Ihr erster Schritt.

Wir melden uns persönlich, in der Regel innerhalb eines Werktags. Kein Verkaufsdruck, kein Newsletter. Ihre Daten gehen an niemanden sonst.

04Warum jetzt

Das passiert, wenn Sie nicht auf KI umstellen

Die Konkurrenz stellt jetzt schon auf KI um.

81 % der deutschen Unternehmen planen 2026, KI einzuführen.

Das macht bis zu 30 % mehr Marge.

Weil KI-Mitarbeiter wiederkehrende Aufgaben übernehmen.

Die Kosten sinken massiv.

KI arbeitet rund um die Uhr, braucht keinen Urlaub und keine Sozialabgaben.

Mehr Geld bleibt für Werbung übrig.

Gesparte Kosten fließen in Marketing — und holen noch mehr Kunden.

Die Kunden wandern zur Konkurrenz.

Mehr Werbebudget zieht Kunden ab — und lässt weniger Markt für Sie.

Wer nicht umstellt, wird aus dem Markt gedrängt.

In den kommenden zwei bis drei Jahren wird KI im Mittelstand zum Standard — nicht zur Option.

Das ist keine Panikmache — das passiert gerade real in den ersten Branchen. Und die meisten Betriebe scheitern nicht am Willen, sondern daran, dass sie nicht genau wissen, wie sie diesen Weg gehen sollen. Genau das zeigen wir Ihnen — und setzen es auf Wunsch auch für Sie um. Wir schaffen Klarheit und setzen um.

05Handeln Sie jetzt

Schieben Sie Ihre Entscheidung nicht auf morgen

Ein Gespräch, 30 Minuten, kostenlos. Danach wissen Sie, welche Aufgabe in Ihrem Betrieb sich für einen KI-Mitarbeiter eignet — und was der erste Schritt ist.

Nick van der Falk
Nick van der FalkKI-Experte für den Mittelstand
089 8393 1466
Kostenloses 30-Minuten-Gespräch anfragen

Unverbindlich. Keine Knebelverträge, kein Verkaufsdruck. Lieber schriftlich? Zum Formular

Nick van der Falk im Beratungsgespräch am Tisch